Kahlberg war für die Elbinger ein kleines Urlaubs-Paradies, für die kleinen Leute einmal an einem Sonntag im Jahr und die wohlhabenden Bürger hatten auf der Nehrung ein Haus als Sommeraufenthalt. Die Nehrung ist bei Kahlberg ca.1500 Meter breit und durchschnittlich25 Meter hoch. Die höchste Erhebung ist der Kamelrücken mit 50 Meter hoch. Die Frische Nehrung, eine Laune der Natur bildete sich durch aufschwemmen der Sinkstoffe aus der Weichsel und bei Königsberg aus dem Pregel sowie dem feinen angeschwemmten Muschelsand aus der Ostsee. Bei Königsberg ist eine Verbindung zwischen dem Haff und der Ostsee, das Pillauer Tief. Zur Ordenszeit war zwischen Kahlberg und dem Leuchtturm eine Durchfahrt oder ein Tief das Wulfstan auf seiner Fahr nach Truso benutzte genauso wie die Lübecker Bürger. Den Anfang nahm der Badeort Kahlberg mit der Eröffnung der Elbinger Personen-Dampfschifffahrt 1842. Die fünf Gesellschafter der Linie kauften am 4.September 1842 von Danzig 5 Morgen, 38 Quadratruten kulmisch Land in Kahlberg und am 8. Januar 1845 noch 8 Morgen 119 Ruten zu Erbpachtrechten in Kahlberg zum Preis je 10 Tlr. für den Morgen. Außerdem zahlten sie eine jährliche Pacht von 5 Tlr. je Morgen. Der Kaufpreis für das auf dem gekauften Land stehende Holz betrug 68 Tlr. bezw. 90 Tlr. 10 Sgr. Weiterhin mussten sich die Käufer verpflichten mit den Kahlbergern an den alljährlichen Wolfsjagten teilzunehmen. Noch 1842 erbauten die Gesellschafter das Kurhaus, Belvedere genannt 1843 erbaute der Gesellschafter Grunau seine erste Villa in Kahlberg und 1846 das Logierhaus Concordia, oben auf dem Bild links, das spätere Germania. Außerdem Bauten Villen der Konsul Dieckmann 1844 (die spätere Kirche), Stadtrat Aschenheim 1845, zwei Braunsberger Bürger und 1847 G. W. Härtel. Alle diese Bauten entstanden auf dem Hügel Belvedere. Das Kurhaus Belvedere brannte 1876 ab und wurde neu aufgebaut. Die Kahlberger waren von den neuen reichen Nachbarn nicht begeistert und die Elbinger schimpften über die Kahlberger Männer die ihre Frauen beim baden begafften, diese mussten gerade am selben Ort und zur selben Zeit fischen wo die Elbinger Damen badeten. 1852 wurde polizeilich angeordnet, das Mannspersonen bis höchstens 90 Ruten an den Badeplatz rankommen dürfen. Wenn diese Kahlberger heute im Hochsommer den Strandbetrieb sehen könnten dann würden ihnen die Augen übergehen.
Christa und Cita schwimmen um die Wette, wer wird gewinnen? Dahinter meine Ilse
Cita und ich bauen eine Sandburg
Der weiße Sand am Strand von Kahlberg ist genauso wie früher für lange Spaziergänge bestens geeignet.
Und so badeten unsere Elbinger Marjellchens um 1910 in Kahlberg.
Nachdem russische Soldaten 1945 diesen Kahlberger Leuchtturm erobert und besetzt hatten wurde er von den deutschen Soldaten gesprengt.
Dieser neue Kahlberger Leuchtturm wurde 1951 erbaut, er steht auf der Düne - 26,5 m über NN. Die Turmhöhe beträgt 56 Meter, die Sichtweite 18000 Meter. Neben dem Turm ist ein Denkmal für die Russen, die bei der Sprengung 1945 ums Leben gekommen sind.
Sehr schön, aber diesen Turm hat es nie gegeben ! ! !