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Die Stadt Elbing wurde im Jahr1237 gegründet. Schon bald danach wurde nach dem Vorbild anderer Städte im Ordensland eine St. Georgenbrüderschaft gegründet. Ein erster Hinweis findet sich um 1319 in einer Kämmereirechnung. Der Chronist Peter Himmelreich berichtet, dass der „curiae regis Artus ejusque societati“ eine Ordnung gegeben wurde. Die St. Georgen- Brüderschaften bestanden zwar in den meisten Städten des deutschen Ordenslandes, waren aber nicht wie zum Beispiel die Freimaurer, gemeinschaftlich verbunden und weltweit organisiert.
Erste Aufgabe der St. Georgenbrüder war die Errichtung eines Artushofes. Der erste Artushof in Elbing war in der Fischerstr 9. Nachdem dieses Gebäude nicht mehr nutzbar war, wurde um 1580 der Neue Artushof (später Junkerhof genannt) an der Ecke des Alten Marktes und der Schmiedestr. gebaut, er wurde von den Mitgliedern finanziert und war Eigentum der St. Georgenbrüder. Die Adresse war Alter Markt 45. Der ca. 300 Jahre alte Artushof wurde 1878 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die berühmten Architekten Ende & Bockmann aus Berlin haben dieses Gebäude entworfen und gebaut. Das Haus war ein reines Wohn und Geschäftshaus. Geeignete Versammlungsräume waren nicht vorhanden.

Auch war die St. Georgen- Brüderschaft Besitzerin des „Freyen Bürgerhofes Rodeland“.
Die Mitglieder bestanden aus Männern aus christlichen Elbinger Familien, in Elbing geboren und sollten nach Möglichkeit auch Kaufleute sein.
Förderung des Gottesdienstes und die Verrichtung guter Taten waren ursprünglich der Hauptzweck, die Mitglieder waren durch ein brüderliches Band zu gegenseitigem Beistand verpflichtet. Es wurde besonderes Gewicht auf Wohltätigkeit, vornehme Geselligkeit und ritterliche Künste gelegt.
Ähnlich war auch die 1581 in Elbing entstandene die St. Martins- Brüderschaft, diese wurde 1691 mit der St. Georgen- Brüderschaft vereinigt. Ab 1705 wurde  für beide Brüderschaften eine gemeinsame Rechnung geführt. Die Abrechnungen und Ausgaben der Brüderschaft sind seit 1543 vorhanden, sie sind in den so genannten „Schläfern“ (sleper = Rechnungsbuch) niedergelegt. Die St. Martins-Brüder brachten dabei einen silbernen, vergoldeten Willkomm von 1606 und einen silbernen, vergoldeten Schild von1605 mit ein.

Der Pokal ist vom Nürnberger Meister Hans Beutmüller, 87 cm hoch u. 4943 gr. schwer.
Die St. Georgsbrüder besaßen ein silbernes, gekreuztes Schlüsselpaar als besonderes Zeichen ihrer Hofgewalt. Ein silbernes, vergoldetes und teilemailliertes Reliquiar, den heiligen St. Georg und ein ähnliches, etwas größeres Reliquiar, beide aus dem 15. Jh. Wahrscheinlich wurden beide Stücke von dem gleichen Meister gefertigt Der Lübecker Maler und Bildhauer Bernd Notke hat in der zweiten Hälfte des 15. Jh. ähnliche Werke geschaffen. Das kleinere Reliquiar, St. Georg mit dem Krummschwert, stand 1564 zur Pestzeit in einem Mauergelaß in der Kirche des St. Georgshospitals. Der heilige St. Georg war der Schutzheilige gegen Pest, Lepra und Patron der Hospitäler.1652 wurde das Reliquiar wieder entdeckt und bis 1773 in der Kirche zu den Heiligen- Drei- Königen aufbewahrt. 1773 erwarb der Elbinger Bürger und Vorsteher von Heiligen- Drei- Königen- Kirche, C. G. Wolff das Reliquiar und ließ auf dem Schild seine Initialen eingravieren. Dieses Reliquiar steht heute im Kunstgewerbemuseum in Berlin, das andere, größere steht in einem Hamburger Museum.

In der Nicolai-Kirche besaßen die St. Georgenbrüder seit ca. 1478 (urkundlich erwähnt) einen reich ausgestatteten Altar über dessen Besitz an silbernen Geräten ein Inventarverzeichnis aus dem Jahre 1543 vorhanden war.
Die Blütezeit der St. Georgenbrüder war zwischen 1580 und 1628, in diesen Jahren hatte durch die Niederlassung der englischen Eastland Companie der Handel Elbings einen bedeutenden Aufschwung genommen.
Nach der Reformation traten die religiösen Zwecke in den Hintergrund. Hauptsache war nun die Pflege der Wohltätigkeit und der Geselligkeit, hauptsächlich im Junkergarten und auf dem Junkerhof. Gleich ihren Altvordern (Vorgängern) haben es auch in der Biedermeierzeit die Brüder als ihre vornehmste Pflicht betrachtet, in der Stille ehrbare hilfsbedürftige Personen zu unterstützen und auch ihre Kräfte und verfügbaren Mittel der Förderung nützlicher Einrichtungen der Vaterstadt zu widmen.
In der Biedermeierzeit wurde die Mitgliederzahl der St. Georgenbrüder auf acht beschränkt. Die schriftliche Ordnung und Ritual wurden am 13. Juli 1843 neu festgesetzt; die Würden der acht Brüder waren danach: Senior, Consenior, erster Gartenvogt, zweiter Gartenvogt, erster Gartenschreiber, zweiter Gartenschreiber, erster Jüngster und zweiter Jüngster.
In der Zeit von 1815 bis 1848 haben der St. Georgen- Brüderschaft folgende 21 Männer als Mitglieder angehört:
Die Kaufleute und Stadträte Abraham Grübnau, Samuel Gottlieb Baum, Benjamin Silber, Carl Christoph Kluge und Jacob Daniel Abegg;
der königliche Banco-Agent und Stadtverordneten-Vorsteher Carl Christoph Kawerau;
der Justiz-Commissar George Christian Theodor Brakenhausen;

Brakenhausen entwarf viele Medaillenfür sich und seine Freunde, später ging er nach Berlin als Regierungsrat. Dort war er ein beliebtes Mitglied der Berliner Numismatischen Gesellschaft. Die Medaille ist 71 mm groß, Sammlung Pfau
der Kaufmann und Stadtrat Daniel Ferdinand Achenwall;
der Bürgermeister Christian Israel Schwarck;
die Kaufleute: Stadtrat Johann Jacob Hahn, Stadtverordneten-Vorsteher August Friedrich Jebens, Stadtverordneten-Vorsteher Commerzienrat Gottlieb Baum, Stadtrat Jacob van Roy, Stadtrat und Commerzienrat Johann Friedrich Rogge und Stadtrat August Eduard Fülborn;
der Apothekenbesitzer,Stadtrat, Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Johann Jacob Krause und der Commerzienrat Franz Anton Alsen;
der Kaufmann und königl. Banco-Agent, Commissionsrat Samuel Gottlieb Hanff;
der Kreisphysikus, spätere Vortragende Rat im Ministerium Dr. Carl Housselle;
der Apothekenbesitzer Friedrich Gustav Stielow und der Kaufmann, Stadtrat und Commerzienrat George Grunau.
Durch die Folgen des unglücklichen Krieges in ihrem Vermögensbestande schwer geschädigt, sah sich die St. Georgen-Brüderschaft im Jahre 1919 dann veranlasst, ihr Haus am Alten Markt zu verkaufen.
Am 20. Juni 1930 schenkten sieben St. Georgen-Brüder ihrem Senior zum 80. Geburtstag ein silbernes Tablett mit Widmung das heute in meiner Sammlung liegt.
Im Jahr 1930 bildeten folgende acht Männer die St. Georgen-Brüderschaft:
Geheimrat und Landgerichtsrat i. R. Georg Neumann- Hartmann, Senior,
Reichsbahnsekretär Carl Schmidt, prakt. Arzt Dr Georg Müller, Dipl. Ing. Kurt Netke, Amtsgerichtsrat Axel Grunau, Handwerkskammersyndikus Dr. phil. Alfred Matz und der Kaufmann Georg Regier.
Mit dem Kriegsende 1945 endete auch die Elbinger St. Georgen-Brüderschaft.
Silbertablett der St. Georgenbrüderschaft als Geburtstagsgeschenk, 278 x 216 x 12 mm;  Inschrift: