Auf der Pangritz- Kolonie, zwischen der Pangritzstraße und der Horst- Wessel- Straße liegt die Adalbertkirchstraße (heute die „ul. Podgorna“), unten ein Ausschnitt aus einem alten Katasterplan. Die Hausnummern mit der Nr. 1 beginnen von der Pangritzstraße aus auf der rechten Seite beim evangelischen Gemeindehaus und zählen durchgehend bis zur Horst- Wessel Straße und auf der linken Seite zurück bis zur Ecke Klosterstraße. Um 1940 stand hinter der Nummer 7 im Garten noch ein Mehr- Familienhaus mit zwei Eingängen das auch Nr. 7 war. Die Hausbesitzer sind unten fett gedruckt.
Im Elbinger Wohnungsanzeiger von 1934 sind folgende Häuser und Familien verzeichnet:
Viele Familiennamen sind nach meiner Erinnerung um 1944 die gleichen gewesen. Ich selbst wurde erst 1935 in der Adalbertkirchstraße 1 geboren, im gleichen Haus und gleichem Zimmer wie meine Mutter. Eine ausführliche Beschreibung der Geschichte unserer Pangritz- Kolonie ist unter Pangritz- Club auf dieser Homepage nachzulesen.
An der Ecke Pangritzstraße / Adalbertkirchstraße lag das neue Pfarrhaus für den pensionierten Pfarrer Knopf von der St. Paulus Kirche, das Haus zählte aber zu der Pangritzstraße und steht heute nicht mehr. Unten links im Bild ist das Haus vom Wölm, Fahrer in Englisch Brunnen, rechts darüber ein Bauernhaus und dazwischen liegt die Pangritzstraße. An der Giebelspitze von Wölms Haus fängt zwischen der Hecke und dem Kirchenzaun mit Pfosten die Adalbertkirchstr. an. In dem Winkel der Hecke stand später das neue Pfarrhaus, das Haus rechts neben der Adalbertkirche über dem Bauernhaus ist das Kloster in der Klosterstr.
Links: Pfarrer Knopf mit seiner Familie im Park hinter dem Pfarrhaus St. Paulus, rechts vor dem neuen Pfarrhaus in der Pangritzstr. Ecke Adalbertkirchstr.
unten links: Silberhochzeits- Paar Knopf, Rückseite der Karte und Pfarrer Knopf bei seiner Weihnachts- Predigt am Heiligabend 1934 in der Pauluskirche. Alle Aufnahmen von meinem Vater Karl Pfau.
Adalbertkirchstr. Nr. 1, das Gemeindehaus, um 1900 erbaut, hatte unten zur Straße eine kleine Wohnung für die Gemeinde- Schwester Johanna Dechner (Diakonissin),die beiden Fenster unten links, das rechte davon war das Behandlungszimmer.; daneben der Gemeinde-Saal in dem ab 1944 Soldaten stationiert waren, der Haupteingang war rechts, der Vorbau. Im ersten Stock wohnte mein Großvater Wilhelm Herrendorf (Gemeindediener) hier war auch mein Vater Karl Pfau gemeldet, aber meine Eltern hatten eine Wohnung bei Bastian im Haus Pangritzstraße 2e; die sichtbare Seite, fünf Fenster im 1. Stock bewohnte der Organist von St. Paulus, Herr Tank.
Oben rechts, mein Cousin und Cousinen Bandurski, Enkel von Tante Michel, die in der Pangritzstr. gegenüber der Benkensteinerstr. ein Kolonialwaren- Laden hatte, und ich mit meinem Teddy mittendrin. Im Hintergrund das neue Pfarrhaus mit Garten an der Pangritzstr. Ecke Adalbertkirchstr. Oben links im Hintergrund das Gemeindehaus mit dem Saaleingang im Januar 1937. Unten links vor dem Saaleingang ich mit einem der im Saal stationierten Soldaten 1943, im Hintergrund die Adalbertkirche und links daneben das katholische Pfarrhaus. Unten rechts mein Opa Herrendorf beim Holz hacken, dahinter der Schweinestall und der Kosseschuppen.
Im Februar 1937, der Kirchenchor von St. Paulus feiert im Gemeindesaal an der Adalbertkirchstr. ein Jubiläum. Links unten an der Türe mein Vater Karl Pfau, daneben mit Bart mein Opa Herrendorf, weiter rechts Pfarrer Jeroschewitz, am Fenster der Organist Herr Tank. Rechtes Bild, links stehend Pfarrer Jeroschewitz, auf der anderen Seite Herr Tank, darunter Pfarrer Knopf und daneben sitzend unsere Diakonissin Johanna Dechner.
Diese beiden unteren Fotos habe ich im Februar 1998 gemacht, links zeigt die rote Fläche die ehemalige Lage vom neuen Pfarrhaus für den pensionierten Pfarrer Knopf an, darüber links neben der Kirche das katholische Pfarrhaus von St. Adalbert. Der Pfeil zeigt auf das evang. Gemeindehaus St. Paulus. Rechts ist die Adalbertkirchstraße mit dem Gemeindehaus, das einzige Haus. dass noch auf der Südseite stehen geblieben ist, alle anderen Häuser waren nach Kriegsende unbeschädigt und wurden erst später abgebrochen.
Nr. 2, war der Kindergarten der Stadtgemeinde, unten waren die Kindergarten-Räume und zur Straße die Wohnung der Erzieherin Adele Haensel, im Dachgeschoß wohnte Richard Haffke, sein Sohn Alfred war einige Jahre älter als ich und auch mein Jugendfreund der mir manchen Schabernack beigebracht hat. Links: Ich mit meinem neuen Schubkarren im Herbst 1938 (3 einhalb Jahre alt) und gestützt durch unseren Organisten von der Pauluskirche, Herrn Tank, der eingezogen wurde und seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört. Im Hintergrund der Kindergarten Adalbertkirchstr. 2. Rechts das Haus Nr. 5 von der Witwe Antonie Griehl, es wurde auch das "Kirschenhäuschen" genannt, gezeichnet von Frau Hilda Ehlers. Zu Frau Antonia Griehl habe ich von Frau Herta Klebe, geb. Binding aus Maibaum folgende Information: Die Familie Griehl stammte aus Maibaum und hatte sich das Häuschen in der Adalbertkirchstr. gebaut. In diesem Haus lebten in den 30-er Jahren Frau Antonia Griehl, sie war Schneiderin und Ihre Schwester, diese war Sekretärin in Englisch Brunnen. Herta Binding, damals ein junges Mädchen (Jahrgang 22), wohnte für ein viertel Jahr im Gemeindehaus bei meinen Großeltern Wilhelm und Minna Herrendorf und lernte in dieser Zeit bei der Witwe und Schneiderin Antonia Griehl nähen. Meine Großeltern und auch Eltern waren mit Bindings in Maibaum befreundet und das besteht auch noch heute zwischen mir und den beiden Maibaumer Binding-Mädchen.
Adalbertkirchstr. Nr. 7
Die nächsten Angaben und Bilder aus der Adalbertkirchstr. verdanken wir Herrn Günter Weil, sein Vater Richard hatte hier eine Schneiderei, die Werkstatt war in der Nr.9 auf der anderen Straßenseite an der Ecke. Später bewohnte Herr August Weil ein winterfestes Gartenhaus (Laube) in den Schrebergärten am Katzenteich.Nachdem die Eltern nicht mehr leben, ist es schwer alle Personen und auch den Hintergrund exakt zu bestimmen, ob da noch ein früherer Nachbar helfen kann?
Auch in meinem Fotoalbum sind zwei Bilder auf denen ich um 1937 in den Anlagen am Katzenteich vor der Laube Weil zu sehen bin. Die Häuser im Hintergrund (links) stehen an der Horst-Wesselstr. oder ganz früher, die Hauptstr., diese Häuser stehen auch noch heute.
Karl Schikowski kaufte 1909 das Eckgrundstück, hier betrieb er ein Lebensmittelgeschäft und eine Gastwirtschaft. Das Lebensmittelgeschäft hat er später verpachtet. Seinen Gästen war Herr Schikowski als "Böhmer - Karl" bekannt, die gerne seinen Rat befolgten: "Hoch die Tassen". Nach seiner Flucht lebte Herr Schikowski in Vilshofen in Niederbayern.