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Am 20. September 1924 bestand die Synagoge (gr.=Versammlung) in der Sturmstraße 9 - 100 Jahre. Sie ist 1823 und 1824 erbaut und wurde am 20. September 1824 durch einen Königsberger Rabbiner eingeweiht. Vordem wurde der Gottesdienst in einem Hintergebäude (Wollweberstraße) des Moses Simonschen Hauses am Alten Markt abgehalten. Als dieses nicht mehr genügte, wurde von der Gemeinde der Bau einer Synagoge beschlossen. Sie wollte dazu das Haus des Totengräbers von St. Marien nebst den an den hintersten St. Marienkirchhof stoßenden Platz kaufen, wozu jedoch die Genehmigung nicht erteilt wurde. Daraufhin erfolgte auf dem Gehöft des Hauses in der Sturmstraße 9 der bau der Synagoge. Neuerdings ist die Gemeinde durch nicht mehr zeitgemäße Raumverhältnisse wieder gezwungen sich mit dem Neubau einer Synagoge zu beschäftigen.

Da über die Geschichte der Elbinger Juden wenig aufgezeichnet und bekannt ist, möge hier ein kurzer Bericht aus der sorgfältigen Arbeit  „Der Elbinger Kreis“ von C.E. Rhode (Danzig 1871, S. 395) folgen: Den Juden war es nicht gestattet, sich im Ordenslande, als einem geistlichen Gebiete, niederzulassen.  In einem Beschluß des Städtetages von 1435 heißt es: „Und daz kein Jude in das landt zu preußen komme kauffmanschaft daselbst zu treiben nach alder gewohnheit.“

Ähnliche Beschlüsse wurden mehrmals unter polnischer Herrschaft auf den Landtagen gefasst, aber selten ihrem ganzen Umfange nach ausgeführt. Edelleute gaben öfters den Juden Erlaubnis, sich auf ihrem Grund und Boden niederzulassen. Dasselbe gestatteten ihnen die Starosten auf königlichem Grunde. Auch einige kleine Städte nahmen sie auf. Die drei großen Städte Thorn, Elbing und Danzig  verweigerten ihnen aber beharrlich und streng jede Niederlassung, sie erlaubten ihnen nur während der Jahrmarktzeit den Handel und den Aufenthalt. In Elbing war zur Zeit der preußischen Okkupation1772 kein Jude wohnhaft. So blieb es bis 1783, wo auf Ansuchen des Magistrats und der Kaufmannschaft im Interesse des handelstreibenden Publikums dem Moses Simon der Aufenthalt als Garkoch und Dolmetscher von Berlin aus gestattet, jedoch der Handels- und Gewerbebetrieb, sowie das Geld- und Waren- Mäkeln streng untersagt wurde. 1800 erhielt Moses Simon trotz der Gegenvorstellungen der Kaufmannschaft die Konzession zum Ankauf der Wedeaschefabrik und der Holzhöfe des Kommissionsrats Römer in der großen Lastadienstraße, sowie zum Handel, jedoch mit Ausnahme des Getreide- und Pottaschehandels. Außerdem wurde später noch einigen anderen jüdischen Familien, die ein Schutzprivilegium für den Umfang des ganzen Staates erlangt hatten, der Aufenthalt in Elbing zugestanden.

Das Edikt vom 11. März 1812 gewährte den Juden gleiche bürgerliche Rechte und Freiheiten wie den Christen und führte eine gänzliche Umgestaltung ihrer bürgerlichen Verhältnisse herbei. Es meldeten sich nun nach und nach Juden zur Niederlassung und zum Bürgerrecht in Elbing. Der Magistrat konnte ihnen beides aus gesetzlichen Gründen nicht versagen, die Stadtverordneten jedoch, die sich auf vermeintlich ältere Privilegien stützten, waren zur Erteilung ihrer Zustimmung nicht zu bewegen; da auch ohne diese Zustimmung die Aufnahme der Juden erfolgte, so begnügten sie sich damit, bei jedem einzelnem Falle „wie gewöhnlich feierlich zu protestieren“. Solche Proteste geschahen noch 1825.

Vor Inkrafttreten des Gesetzes „über die Verhältnisse der Juden“ vom 23. Juli 1847, einer Revision und Erweiterung der bestehenden Vorschriften, das die Bildung von Synagogen-Gemeinden zur Pflicht machte, hatte die Gemeinde – damals Israelitische Gemeinde genannt – nur einen losen Zusammenhang. Für den Eintritt bestand keine Verpflichtung. Den fordert erst das genannte Gesetz.

Die Verwaltung der Gemeinde, die die Rechte einer juristischen Person besitzt, untersteht der Aufsicht der preußischen Regierung. Der Etat sowohl, wie die Anstellung von Beamten bedürfen der Zustimmung des Regierungspräsidenten. Das Begräbniswesen wird, wie in allen jüdischen Gemeinden, ehrenamtlich versehen. Der Vorsitzende des seit 1813 bestehenden Israelitischen Krankenpflege- und Beerdigungsvereins ist seit über 25 Jahren Jakob Meyersohn, Heiligegeiststr.46. Der Friedhof der Gemeinde befindet sich in der Kastanienallee (Ziesestr.).  In der Synagoge ist eine Gedenktafel für die im Weltkriege gefallenen Mitglieder der Gemeinde.

Die Lasten der Gemeinde werden von ihren Mitgliedern durch einen gleichmäßigen Zuschlag zur Reichseinkommensteuer aufgebracht. Die Wohltätigkeitsanstalten der Gemeinde sind seit 1922 in einen Israelitischen Hilfsfonds zusammengefasst, Vorsteher: Gustav Meyer, Wilhelmstr. 25; Kassierer und Schriftführer: Georg Ochs, Äußerer Mühlendamm 3.

 Die Körperschaft der Synagogen-Gemeinde zu Elbing besteht aus dem Vorstand mit drei Mitgliedern und drei Stellvertretern und aus den Repräsentanten mit neun Mitgliedern und ebenfalls drei Stellvertretern.

1. Vorsteher: Th. Lesser, Johannisstraße 12;  stellvertretender Vorsteher: Max Friedland, Alter Markt 10/11, Schriftführer und Kassierer.

Stellvertreter: Alex Becker, Hansastr. 4; Dr. Alfred Lewy, Äußerer Mühlendamm 3; Dr. Iwar Weisbrem, Am Lustgarten 14.

Repräsentanten: Alfred Loewenthal, Am Lustgarten 15, Repräsentantenvorsteher; Joseph Behrend, Äußerer Mühlendamm 1; Felix Berlowitz, Fischerstraße 7/8; Hermann Berlowitz, Holländer Chaussee 4; Dr. Georg Heymann, Innerer Mühlendamm 4a; Jakob Meyersohn, Heiligegeiststr. 46; Gustav Meyer, Wilhelmstr. 25; Georg Ochs, Äußerer Mühlendamm 3; Arthur Wirsch, Am Wasser 2.

Stellvertreter: Paul Abrahamowski, Alter Markt 50; Bernhard Hermann, Friedrich-Wilhelm-Platz 7/8; Julius Rieß, Am Lustgarten 8.

Beamte der Gemeinde: Rabbiner (Stelle zur Zeit unbesetzt); Kantor Adolf Anschel, im Gemeindehaus; Gemeindediener Joseph Namm im Gemeindehaus.